Skandinavien 2018

Auch 2018 haben wir uns wieder für einen Urlaub in Norwegen entschieden. Wir wollten den noch unerforschten hohen Norden sehen, die Mitternachtssonne genießen und nicht ganz so hohe Temperaturen haben. Letztlich ist diese Reise am Ende aber eine durch Schweden, Finnland und Norwegen und spielt sich eigentlich zu einem hohen Prozentsatz in Lappland ab.

Highlights waren sicherlich Nordkapp, Senja, Vesterålen und die Lofoten. Aber das Beste war das unfassbare Wetter.

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Dieser Reisebericht ist gerade am entstehen. Kommt alle paar Tage mal wieder vorbei, um die neuesten Einträge zu lesen

Nach Norden soll es gehen

Nach dem Kurzurlaub in Polen haben wir unsere Pläne für den Sommerurlaub mal wieder über den Haufen geworfen. War der ursprüngliche Plan die Reise zum Nordkapp, dann das Nordkapp über das Baltikum und Finnland und dann Osteuropa und Baltikum ohne Finnland sind wir am Ende wieder beim Nordkapp angekommen – aber auf dem direktesten Weg über Schweden und Finnland. Danach soll es an der Atlantikküste auf die Insel Senja, nach Vesterålen und dann noch einmal auf die Lofoten gehen.

Noch ist rund ein Monat Zeit für Vorbereitung – aber außer einer (recht einfachen) Routenplanung und der Buchung der Fähre Sassnitz -> Trelleborg ist nicht viel zu tun. Die Technik steht bereit, im Norden muss man erfahrungsgemäß nichts reservieren und die Wettervorhersage wird im Auge behalten.

Nach 2011 und 2016 unsere dritte Reise nach Norwegen und nach 2014 unsere zweite Reise nach Schweden.

Schweden wir kommen

Heute also geht es endlich los. Der Wetterbericht verspricht gutes Wetter und drei Wochen stehen zur Verfügung. Irgendwie pendelt es sich auch ein, dass unsere Campingurlaube irgendwie rund um einen Flug starten. Bisher waren es halt meine Dienstreisen, diesmal fliegt unsere Tochter auf eine Sprachreise. Daher beginnt die Fahrt direkt damit, dass wir mitten in der Nacht (gegen 4:00 Uhr) hier bei Zossen starten und als erstes zum Flughafen Tegel fahren.

3:54 – es geht los

Nun kann man am Flughafen Tegel natürlich recht schlecht mit Wohnwagen parken, aber erst eine knappe Stunde nach Norden fahren, nur um danach wieder zurück nach Hause zu fahren und dann gleich wieder nach Norden macht auch keinen Sinn. Daher stellen wir den Wohnwagen am Saatwinkler Damm temporär auf einer Tankstelle ab (wir fragen auch, ob das OK ist) und nach erfolgreichem Abflug unserer Tochter geht es wieder nach Sassnitz. Die Fähre dort ist die kürzeste Überfahrt nach Schweden, was wir insb. der Hunde wegen ja schon mehrmals als unsere Route auserkoren haben.

Um 13:00 Uhr ist die Fähre reserviert und nach dem letzten Tank- und Essens-Stop reihen wir uns mit den anderen Wartenden ein.

Tanken und gesund Nahrung aufnehmen auf Rügen

Die Fähre Sassnitz wartet auf uns in Sassnitz

Nach vier recht entspannten Stunde an Bord erreichen wir gegen 17:00 Uhr Trelleborg und wollen tatsächlich noch Strecke machen. Das Navi stellen wir direkt jetzt schon auf das Nordkapp, schlappe 2.371km liegen vor uns.

Nur noch ein paar Kilometer

Durch die Pausen am Flughafen und auf der Fähre sind wir überraschend fit und so fahren wir bis 22:00 noch bis Småland. Diesen Teil Schwedens haben wir ja schon in 2014 intensiv bereist und wie in unserer Erinnerung ist es hier schon sehr schön – selbst auf dem profanen Rastplatz, welches uns als Zwischenhalt dient.

Ein normaler Rastplatz in Schweden

 

Am Bottnischen Meerbusen

Kurz nach 6:00 Uhr geht es auch schon wieder los. Wer so weit in den Norden will, der muss am Anfang (und am Ende) einige Kilometer am Stück machen. Erst recht, wenn es nur knappe 3 Wochen sind für solch eine Tour. Zu Beginn fahren wir weiter durch das wunderschöne Småland (siehe auch unser Schwedenurlaub), kommen aber doch recht bald in die Gegend und dann durch Stockholm. So schön Stockholm Altstadt auch ist – auf der Suche nach Ruhe und Natur wollen wir hier nur so schnell wie möglich durchkommen. Staus haben wir glücklicherweise nicht und so fahren wir ab hier gerade nach oben auf der E4 und erreichen bald den Bottnischen Meerbusen.

Diese Route am Meer ist die kürzeste Strecke nach Norden, die E4 ist gut ausgebaut und somit geht es schnell voran. Das eine oder andere Mal erhaschen wir einem Blick auf das Meer und machen eine Pause bei traditionell schwedischen Essen – bei Max. Eine richtige Pause wollen wir dann auf einem Rastplatz am See machen, was wir oft sehen und uns sagen: der nächste wird es. Dauert dann auch nur zwei Stunden bis dahin, aber endlich können die Hunde sich abkühlen. Abkühlen? Ich hatte ja noch gar nicht erwähnt, dass der Sommer 2018 in Schweden (und auch anderswo in Europa – zum Beispiel zu Hause) sich durch extreme Hitze und Trockenheit auszeichnet. Ende zwanzig, Anfang dreißig Grad sind die Norm.

Eine kurze Rast mit Schwimmrunde für die Hunde

Durch die etwas später als geplante Rast am Wasser haben wir unser Tagesziel – weniger als 1.400 Restkilometer bis zum Nordkapp – mehr als übererfüllt und suchen uns im Internet einen netten, kleinen Campingplatz auf der Strecke. Camping Snibbens wird unser Zwischenhalt – wie sich das gehört in Schweden ruhig gelegen und direkt am Wasser.

Unser Platz am Wasser

Die nette Dame an der Rezeption (welche uns auch direkt auf deutsch empfangen hatte), gab uns noch den Tipp für eine kleine Wanderung / Gassirunde auf den nahegelegenen Berg, welcher eine phantastische Aussicht auf den Mörtsjön und die Högakustenbron ermöglichte.

Ausblick auf die Umgebung des Campingplatzes

Der Platz selber übrigens war nahezu voll, es ist schließlich Saison, die Hitzewelle bollert und der Küstenwanderweg beginnt um die Ecke. Letzteren hatten wir gar nicht auf dem Schirm, scheint uns aber nach allem, was wir (auch am Folgetag) gesehen haben ein sehr lohnenswertes Ziel.

Polarkreis, Schotter und Finnland

Unsere schnelle Fahrt gen Norden startet heute wieder etwas früh (für einen Urlaub) um 7:20. Direkt zu Beginn geht es über die große Högakrustenbron und die Landschaft der Höga Kusten fasziniert uns. der hier zu findende Wanderweg ist nun auf unserer Liste von Orten, die man sich noch einmal genauer anschauen sollte.

Wieder findet sich zum Mittag ein Rastplatz direkt am Wasser, um den Hunden eine weitere Runde Erfrischung zu spendieren. Das mit dem Rastplatz darf man sich aber nicht so wie in Deutschland vorstellen, jene hier sind wirklich schön angelegt mit modernen und sauberen Klos und der einen oder anderen Attraktion (in diesem Fall etwas Kunst und ein Spielplatz).

Rastplatz

Rastplatz

Auf der Fahrt nach Norden erreichen wir auch irgendwann das nördliche Ende des Bottnischen Meerbusens und bewegen uns ab sofort quer nach oben gen Norden. Die Landschaft ist nun geprägt von langen, gerade Straßen umgeben von unendlich vielen Bäumen.

Lange, gerade Straßen

Und hier ereilt uns die erste von einigen typischen Baustellen auf unserer Tour: die Straße wird auf einem größeren Abschnitt (bis zu 20km hatten wir) neu gebaut. Dabei wir die Deckschicht entfernt und man fährt kreuz und quer durch Schotter und Dreck. Dabei werden Baufahrzeuge umkurvt und die Stoßdämpfer getestet.

Schotterpiste

Kurz darauf erreichen wir den Polarkreis. An dieser Stelle an der Straße 392 ist das alles recht unspekatulär – ein Schild und eine alte, verrostete Weltkugel, welche wohl zum halb verfallenen ehemaligen Besucherzentrum gehörte. Und hier am Polarkreis hat es heute mal lockere 28° Celsius. Am Polarkreis! So langsam wird uns auch wieder bewusst, wie weit wir damals in 2011 damals gefahren waren, denn es geht ja immer noch weiter.

Polarkreis

Polarkreis

Polarkreis (Europakarte am Heck noch ohne Finnland!)

Last but not least erreichen wir mit Finnland das letzte Land, dass uns in Skandinavien noch fehlte. Mit dem dort gefundenen extrem kleinen Campingplatz (konnte nicht mal eine Link finden für diesen Eintrag hier…) hat sich der Wohnwagen einen weiteren Sticker auf der Europakarte verdient. Apropos Campingplatz: Wir sind noch nicht einmal richtig drauf, da laufen uns die ersten Rentiere vor die Kamera und die finnischen Besitzer können wir nur mit Händen und Füßen verstehen – kein Wort englisch. Dafür gilt hier wieder der Euro und prompt will man von uns das erste (und einzige) Mal Bargeld.

Campingplatzromantik

Campingplatzromantik

Campingplatzromantik

Campingplatzromantik

Bei fabelhaftem Wetter machen wir noch einige Fotos vom Platz und dem (natürlich) angrenzenden Wasser, bevor wir beruhigt die Entscheidung fällen können: Jawohl, Ziel bleibt das Nordkapp. Denn auch wenn die ganze Reise mit dem ersten Ziel Nordkapp geplant war: wir haben uns bis heute offen gelassen, ob wir nicht direkt nach Senja abbiegen, falls das Wetter am Nordkapp nicht passen sollte. Schließlich ist das ein großer „Umweg“ und wenn dann alles voller Wolken wäre, dann hätten wir es sein lassen. Aber wie gesagt: besser könnte das Wetter kaum sein.

Nordkapp

Der Morgen in Finnland fängt an wie im Lehrbuch. Nach dem ausführlichen Frühstück fahren wir den Wohnwagen mit dem Mover aus seinem Stellplatz und werden direkt wieder von Rentieren besucht. Auch bei der Ausfahrt muss man erst ein paar Sekunden warten, bis der Weg freigemacht wird.

Rentier kommt uns besuchen

Rentier auf der Ausfahrt vom Campingplatz

Rentiere überall

Nun also erstmal viele Kilometer auf finnischen Boden. Es ist ja unser erster Besuch hier (und soll nicht der letzte sein) und das Klischee trifft auf unserer Strecke hier komplett zu: lange (sehr lange) immer gerade Straßen umgeben von Wald, Wald und Wald. Selten trifft man mal andere Autos, ansonsten ist man allein.

Immer geradeaus

Während es also weiter nordwärts geht wird die Vegetation langsam lichter bzw. die Bäume verlieren an Höhe. Und so erreichen wir die norwegische Grenze – ein kleines Häuschen und niemand interessiert sich für uns. Eigentlich ja eine Außengrenze der EU und Schengen, aber das sieht man hier offensichtlich entspannter.

Kurz nach der Grenze ist wieder Zeit für eine Rast – die Hunde brauchen Abkühlung (mittlerweile sind wir ja schon erkennbar über dem Polarkreis, aber das Wetter ist weiter unfassbar) und ein kleiner Rastplatz mit See ist schnell gefunden. Wenig überraschend: stehendes Gewässer plus Hitze führt zu einer gewissen Mückenplage hier.

Schöner Rastplatz

Rastplatz am See (man beachte auch den Himmel)

Mit gefühlt einigen Litern Blut weniger geht es direkt weiter und die Landschaft beginnt sich dramatisch zu wandeln. Nach den langen Ebenen bzw. flachen Hügeln in Schweden und Finnland beginnt hier recht bald das bergige Norwegen mit den typischen, von Gletschern glattgelutschten Felsen.

Norwegische Straßen und Landschaft

Diese Landschaft sehen wir heute sehr lang – es geht Kilometer um Kilometer nach oben, irgendwann treffen wir auf die legendäre E6 („Nordkapp-Rennstrecke“) und auf einer Hochebene wird noch ein langer Zwischenstop mit Mini-Wanderung eingelegt, bevor es zum Endspurt geht.

Hochebene mit Blick in die Unendlichkeit

Gerade das letzte Stück ist faszinierend – sei es der Nordkapp-Tunnel, welcher einen unter das Meer führt, die spärliche Besiedlung oder aber auch die unzähligen Camper und Reisebusse, welche sich auf dieser teils engen Straße sammeln.

Zwischenstop am extrem klaren Wasser am Meer

Tourismus ist hier das große Ding. Das merkt man auch direkt beim Preis der Stellplatzes am Nordkapp, mit unserem Gespann sind wir mal gut 50€ los für eine Nacht.

Aber wir sind da: das Nordkapp, der (fast) nördlichste Punkt Europas ist erreicht und das Wetter ist umwerfend. Endlich nicht mehr so heiß (der Wind weht rüber vom Norden), aber blauer Himmel und Sonne. Wir wissen, wie viel Glück wir damit haben – Nebel, nass und kalt sind ja eher der typische Hintergrund der Fotos, welche man von hier sieht. Wir machen also erstmal eine Runde Fotos (es ist übrigens ungefähr 18:00 Uhr) vom Nordkapp, der Kunst und dem Besucherzentrum.

Wir sind da!

Das Nordkapp

Das Ende Europas

Nordkapp (Umgebung)

Danach besuchen wir das Besucherzentrum, untersuchen alles dort zu findende und gehen ins Restaurant. 25€ kostet hier ein Hamburger mit Pommes – schockt einen natürlich erstmal, aber die Lage diktiert die Preise denken wir uns. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn neben der Lage ist es auch die Qualität. Ganz ehrlich, dieser Burger ist einer (wenn nicht sogar der) der besten, welche ich bisher gegessen habe.

Diese beiden Trolle finden sich im Besucherzentrum

Schautafel im Besucherzentrum

Bisher ist es übrigens überschaubar vom Andrang, im Andenkenladen gibt es keine Schlangen, der Parkplatz ist nur ca. 60% voll und Fotos konnte man auch mit recht wenigem Menschen „im Weg“ machen. Wir verziehen uns also in den Wohnwagen, legen uns etwas aufs Ohr und warten auf die große Attraktion: die Mitternachtssonne. Und tatsächlich, gegen Mitternacht ist es auf einmal voll hier und das Licht ist faszinierend (goldene Dämmerung würde ich es beschreiben – auf jeden Fall noch sehr hell) und die Fotos, welche nun entstehen, sind sicherlich einige der ikonischsten des Urlaubs.

Nordkapp bei Mitternachtssonne

Das Besucherzentrum um Mitternacht

Da wir nur drei Wochen haben und noch viel auf dem Plan steht, fahren wir kurz nach Mitternacht auch schon wieder ab und bis ca. 3:00 Uhr geht es schon mal nach Westen, um die letzte, große Fahretappe morgen zu verkürzen. Geschlagen wird dann auf einem Rastplatz auf der Hochebene, die wir ja schon von der Hinfahrt kennen.

Senja

Nach kurzer Rast auf dem Parkplatz auf dem Fjell geht es heute ein letztes Mal auf eine recht lange Fahrstrecke. Dadurch, dass wir letzte Nacht schon vorgelegt haben, ist es aber überschaubar. Letztlich geht es die ganze Zeit über bei bestem Wetter die E6 gen Westen (und etwas nach Süden) vorbei an schönen Fjorden und Abzweigungen mit klanghaften Namen wie Tromsø (welches wir nicht ansteuern).

Nord-Troms durchfahren wir heute

Eigentlich gibt es nicht viel von der Fahrt selber zu schreiben, außer dass auf diesem Teilstück gerade massiv neue Tunnel die alten Umfahrungen von Bergen ersetzen (die recht alten Karten im Auto von 2014 kennen viele noch nicht) und es immer mehr zur Nordkapp-Rennstrecke ausgebaut wird. Für die (wunderschöne) Landschaft auf der Strecke vielleicht mal beispielhaft ein paar Bilder von einer kurzen Pause.

Rastplatz auf der Strecke

Rastplatz auf der Strecke

Rastplatz auf der Strecke

Die eisigen Berge aus einer anderen Perspektive

Irgendwann erreichen wir dann unsere Abfahrt und es geht rüber nach Senja. Wie wir schon festgestellt haben ist Senja nicht das bekannteste Ziel in Norwegen, daher vielleicht zwei oder drei Worte dazu: Senja ist eine große Insel (mit einer Brücke zum Festland) und liegt nördlich von Vesterålen (was wiederum nördlich an die Lofoten anschließt). Touristisch ist es noch relativ unbekannt und entwickelt sich gerade erst von einem Geheimtipp zu einem bekannten Ziel. Noch ist es aber recht verschlafen. Was Senja vor allem ausmacht ist die Vielseitigkeit, manch einer nennt es „Norwegen in klein“, weil es auf der Festlandseite recht flach ist, in der Mitte eine Hochebene hat und auf Atlantikseite Fjorde – also im Wesentlichen alles, was man in Norwegen so findet (und liebt).

Wir fahren noch einige Kilometer an der Südseite der Insel, bis wir unsere ersten Ankerpunkt der Reise erreichen. Hier auf dem Campingplatz „Norwegian Wild“ (meinst noch mit seinem alten Namen Tranøybotn ausgeschildert) stehen wir nun für mehrere Tage zwischen dem Meer und dem Ånderdalen Nationalpark.

Der Eingang zum Campingplatz. Nicht mal hier findet sich der neue Name.

Was eine Aussicht

Heute geht es aber noch nicht richtig los. Mit den Hunden werden nur kurz die ersten paar hundert Meter erkundet und dann auch schon der Grill aufgebaut und bei diesem tollen Panorama gegrillt.

 

Ånderdalen Nationalpark – Hyttekroa

Nach all der Fahrerei sind wir also endlich an einem ersten Platz angekommen, welcher für mehrere Tage unser Ausgangspunkt für Touren sein soll. Und heute geht direkt am Platz los in den Ånderdalen Nationalpark, welcher ein größeres Areal im Süden von Senja bedeckt. Unser Startpunkt am Campingplatz heißt Hyttekroa und der hier auch vorhandene Wanderparkplatz ist auch unser Start.

Da wollen wir hin

Der Nationalpark hat vier Einstiegspunkte für Wanderungen und alle Wege treffen sich in der Mitte an einem See. Von Hyttekroa aus sind es 6km bis zum Åndervatnet in der Mitte, welcher sich recht angenehm mit Mooren, kleineren Hügeln und ein paar kleineren Felsen erwandern lässt.

Der Weg

Moore mit Stegen

Angekommen am Åndervatnet treffen wir tatsächlich auch einige Wanderer der anderen Strecken, welche hier auf den Bänken Rast machen, sich in der Hütte hier einrichten oder sich das kostenlose Boot nehmen, um zu Rudern.

Der Mittelpunkt

Åndervatnet

Ausgehungert nach Bewegung wie wir sind, entscheiden wir uns, dass wir Åndergammen zumindest noch bis zum höchsten Punkt folgen wollen, um von weiter oben noch mehr Aussicht genießen zu können. Kaum losgelaufen finden wir auch schon eine zweite Hütte für Wanderer, welche so wunderschön angelegt ist (wie eine Hobbit-Höhle), dass wir unseren Augen kaum trauen.

Hier lang

Hobbits

Hobbits

Hobbits

Hobbits

Danach geht es weiter bergan (unser Ziel ist ca. 450m hoch) vorbei an Flüßchen und kleinen Schneefeldern. Oben angekommen nach insgesamt 10km Strecke (4km seit Åndervatnet) ist Zeit für eine Pause und viele Fotos.

Weiße Erfrischung

Nasse Erfrischung

Aussicht von oben

Aussicht von oben

Aussicht von oben

Wasser gibt es genug

Åndervatnet beim Aufstieg

Nachdem nun also das Tagesziel erreicht ist, wird der eine Nachteil dieses Parks sichtbar: es gibt keine Rundwege, man muss also entweder bei A starten und dann bei B enden und sich dort eine Rückfahrt organisieren oder aber den gleichen Weg zurück. Wir wollen zum Campingplatz, daher folgen wir dem gerade erklommenen Pfad wieder nach unten. Gerade auf den letzten 6km zurück nach Hyttekroa merkt man dann, dass 20km an einem Tag – am ersten Wandertag – doch schon eine recht lange Strecke ist. Gefühlt sind diese 6km wie 20km.

Der Abstieg

Letztendlich zurück am Campingplatz die erfrischende Erkenntnis, dass der Warmwasservorrat scheinbar begrenzt und es am Abend recht frisch unter der (dringend benötigten) Dusche ist.

Landschaftsroute Senja

Für diesen Urlaub ist heute erstmalig die Wetterprognose nicht so phantastisch, wie es bisher war. Das heißt nun nicht Kälte und Unwetter, aber Wind und etwas Regen soll es geben. Somit wollen wir heute nicht wieder Wandern, sondern haben uns die Landschaftsroute Senja mit dem Auto vorgenommen. Norwegen baut ja seit Jahren immer mehr landschaftlich herausragende Routen aus, was das Marketing beinhaltet, Ausbau der Straßen selber und auch Aufbau von Attraktionen (z. B. Aussichtsplattformen). Hier auf Senja geht die Landschaftsroute im Wesentlichen entlang der Atlantikküste – aus unserer Sicht also erstmal auf die andere Seite der Insel zum Startpunkt in Botnhamn (hier landet auch die Fähre aus der Region Tromsø an).

Botnhamn selbst erwies sich als wenig interessante kleine Hafenstadt ohne (von uns gefundene) Attraktionen – nicht mal eine Tankstelle findet sich hier. Daher ging es direkt geschwind weiter zu dem kleinen Fischerdorf Husøy, welches sich mit recht kleinen Straßen und engen Tunneln erreichen lässt. Nahezu der gesamte Ort ist auf einer kleinen Insel, was wie so oft in Norwegen ein tolles Fotomotiv ergibt (leider sind die Lichtverhältnisse heute aber nicht so perfekt).

Husøy

Weniger schön ist der Inhalt unseres Tanks, welcher sich immer mehr leert und so langsam – wenn man Norwegen kennt – kritisch wird. Nachdem es ja in Botnhamn keine Tankstelle gab, dachte ich mir (bei noch rund 150km Rest) „nimm die nächste die kommt“. Lange Rede, kurzer Sinn: es kam keine und somit ging es zur Sicherheit erstmal wieder einige Kilometer zurück. Im Nachhinein alles richtig gemacht, da wäre in absehbarer Zeit keine Tankstelle mehr gekommen…

Nachdem also dieses Problem gelöst ist, geht es auf der Landschaftsroute nach Mefjordvær. Dieses kleine Dörfchen hat am Ortsende ein paar kleinere Wanderwege, von welchen wir zwei kombinieren. Als erstes geht es zur Spitze der Landzunge (wir treffen keinen anderen Menschen) und danach noch auf den kleinen Berg (Hügel würde der Bayer sagen) direkt am Ort, welcher uns eine gute Position für ein paar Fotos ermöglicht. Ach übrigens: das Wetter ist (wie die Fotos auch zeigen) bedeckt, es bleibt aber immer trocken und kalt ist es auch nicht.

Einsam auf dem Weg

Terrier immer dabei

Blick Richtung Ort (hinter dem Hügel)

Der Berg / Hügel ist bestiegen

Nach dieser kleinen Tour geht es weiter zum Strand Ersfjordstranda mit dem Goldenen Klo (ein Sandstrand mit Möglichkeiten zum Zelten und eben besagten goldenen Klohaus) und dann zu zwei Aussichtspunkten (Tungeneset und Bergsbotn). Diese drei Lokationen sind jeweils wieder gute Beispiele dafür, was und wie Norwegen den Tourismus hier fördert. Die Architektur ist immer ausgefallen und die Aussichten immer toll. Die Straßen und Tunnel sind auf dieser Strecke übrigens teils noch recht eng – für Norwegen an sich normal, aber man sollte es halt wissen, falls man ein größeres Wohnmobil fährt oder einen Wohnwagen hinter sich herzieht. Aber das ist ja einer der Gründe, warum wir mittlerweile mit dem Wohnwagen reisen. Der stand den ganzen Tag friedlich auf dem Campingplatz und nur der Zugwagen kommt hier natürlich einfach durch.

Ersfjordstranda

Das Goldene Klo

Tungeneset

Bergsbotn

Aussicht Bergsbotn

Wir beenden die Landschaftsroute heute aber nicht, denn es ist jetzt schon recht spät und den Rest der Strecke werden wir sowieso noch auf der weiter geplanten Route sehen. Stattdessen biegen wir auf die 86 ab und fahren über die Hochebene zurück zum Campingplatz. Womit wir auch – wie ja vorher schon gelesen – ganz Norwegen in klein sehen konnten. Heute waren es die Fjorde und die Hochebene, bei Ankunft waren es die flachen Landschaften mit Landwirtschaft. Ein kleiner Schlenker wird noch nach Finnsnes gemacht, die Vorräte an Schokolade sind kritisch.

Dank der Mitternachtssonne ist es dann auch kein Problem, nach 22:00 Uhr noch draußen zu grillen.

Abendessen