Bayern / Isarwinkel 2020

In Arbeit…

Der Tag null

Dieser Reiseblog startet ausnahmsweise mal am Vortag der Abreise. Denn die letzten Tage (Wochen) war ich auf Arbeit Land unter und konnte daher praktisch nichts vorher packen und verräumen.

Daher konnte ich erst am Abend vor der Abreise alles persönliche Zeug und die schweren Sachen einräumen und es musste schnell gehen. Also die Fahrräder auf die Deichsel, ein paar Sachen verräumt und dann schon mal die Spiegel an das Auto. Aber halt, die sind im Gaskasten, davor sind die Fahrräder und nach vorne klappen kann ich die nicht, da der etwas längere neue Wohnwagen mit der Deichsel schon voll im Zaun steht. Also kurz den Mover angeklappt, auf der Fernbedienung auf rückwärts getippt und – Wagen bleibt stehen. Mover läuft, aber er kommt einfach nicht vorwärts (bzw. rückwärts).

Nach einigen Versuchen des Ausbuddeln und unterlegen (er steht ja auf typischen Brandenburger Sandboden und sinkt damit etwas ein) ist klar, das ist es nicht. Es zeigt sich, dass er in die Bremse fährt. Moment, die ist doch gar nicht angezogen!? Stimmt, ist sie nicht, aber nochmal zur Erinnerung: der Wagen steht mit der Deichsel im Zaun, somit drückt der Zaun die Auflaufbremse ein und tada – er bremst…

Also die Deichsel aus dem Zaun befreit (mit einer Zange – der Zaun steht da eh nur temporär), neuer Anlauf, steht weiterhin fest. Verdammt. Warum macht man die Bremse beim Abstellen immer auf? Richtig, damit sie nicht festrottet. Nun war sie ja nicht auf und nun ist sie festgerottet. Nach einigen Versuchen sie freizuklopfen, bleibt nur eins: den ADAC rufen. Lage geschildert (Wohnwagen, Deichsel ist nicht Richtung Straße, kann ihn daher nicht einfach mit einem Ruck freiziehen). Es vergehen zwei Stunden, ein Schlepper taucht auf, welcher unser Wohnmobil(!) aufladen(!) soll. Geht nicht und der Fahrer will auch nicht mit der Seilwinde mal an der Achse ziehen und fährt wieder weg: „Rufen sie nochmal an“. Also nochmal angerufen, nochmal mehrmals betont, wie die Lage ist (es ist übrigens schon echt dunkel) und diesmal auf hoher Priorität „gebucht“ – mit der klaren Ansage: „der muss Werkzeug mitbringen und die Bremse gängig machen“.

Nach weiteren 45 Minuten kommt ein ADAC-Auto und der Fahrer wundert sich, dass die Deichsel zum Haus steht (ich dreh durch). Aber dieser Fahrer ist nett & kompetent, holt den großen Wagenheber und kann so besser an die Bremsen und klopft sie frei. Tausend Dank dafür!

Es ist mittlerweile schon weit nach 22:00 Uhr, daher verlegen wir die (sehr früh geplante) Abfahrt doch etwas nach hinten.

Schwarz – weiß – blau

Ach herrje, den Titel des Eintrages habe ich mir ausgedacht und erst danach mal Google gefragt, ob das schon besetzt ist. Also nein, ich habe mit dem HSV (bzw. Fußball generell) nichts am Hut, es geht viel mehr um unsere Minikolonne, die heute um 6:05 Uhr bei uns in den Urlaub startet. Vorneweg der schwarze Zugwagen, angehängt daran der weiße Wohnwagen und hinterher fährt dann noch der blaue Hyundai IONIQ electric. Wenn man also den Mover noch mit einbezieht, dann fahren nur elektrische Antriebe bei uns in den Süden. Und wo ich das gerade schreibe, fällt mir auf, dass die Pedelecs ja auch – aber ich schweife ab…

Also, rund 700km sind heute zu fahren, die Planung sagt uns so ca. 10 bis 11 Stunden sollten es werden. Schon mit Übung vom letzten Trip in die gleiche Richtung sind auch auch die Zwischenhalte schon bekannt. In Nempitz müssen wir leider einmal an eine Ionity-Säule mit dem Hyundai (man will da aus „politischen“ Gründen eigentlich nicht hin) und der erste Versuch hat auch gleich eine defekte – die zweite geht aber gut, schnell und halt schweineteuer. Währenddessen saugt sich der Tesla am Supercharger gemütlich kostenlos den Strom und der Wohnwagen schaut vom LKW Stellplatz aus zu.

Nempitz Supercharger – Ionity und Wohnwagen

Münchberg Nord hat mich schon als damaligen Dienstwagenfahrer immer abgeschreckt – alles eng und zugestellt. Mit Hänger muss man schon ein bisschen Übung haben, um sich da einen Platz zu ergattern. Wieder gilt: Supercharger geht sofort, die erste Säule für den Hyundai ist komplett ausgefallen, die zweite tut dann. Hilpoltstein – was soll ich sagen – der Hyundai muss zur zweiten Säule, weil die erste nicht geht – seufz. Zum Finale bei Pfaffenhofen geht die erste Säule sofort auch für den Hyundai.

Münchberg Nord – wieder alle drei Gefährte

Aber das soll ja hier eine Reiseblog werden – und kein Hyundai electric Trip – daher lassen wir erst einmal dabei und halten fest: es geht an sich problemlos, aber nur, weil mittlerweile glücklicherweise Ladesäulen immer im Rudel auftreten (das war vor drei Jahren noch anders).

Also, nachdem wir nebenbei noch einen Stau bei Nürnberg (wo sonst) und einen Viehtrieb kurz vor dem Ziel überwunden haben, erreichen wir nach 10,5 Stunden mit einem Durchschnittverbrauch des Gespanns von 37,8kWh/100km unsere Campingplatz Demmelhof bei Bad Tölz.

Kurz vor dem Ziel werden wir noch einmal eingebremst

Unfassbar geringer Verbrauch

Wir lernen die super netten Betreiber kennen, fahren zum besten aller Stellplätze (ehrlich!) und bauen auch direkt noch das Vorzelt auf, denn Regen ist angesagt und dann ist man froh, wenn der Teil geschafft ist.

Der Aufbau des Vorzelts beginnt

Das Zelt steht, die Schwäne sagen hallo

So muss der Blick vom Vorzelt sein

Danach vertreten wir alle unsere Beine auf bayrischen Feldern, bevor wir am Urthalerhof das erste bayrische Essen genießen, während der Tesla schon mal wieder für die Ausflüge der nächsten Tage Energie speichert.

Essenszeit

Energie fassen in schöner Umgebung

Buchberg

Heute ist erst einmal wirklich gedanklich ankommen angesagt – und wenn man sich dazu im Vorzelt an den Frühstückstisch setzt und dann bei der Aussicht seine Semmeln essen kann, dann ist das doch schon mal der richtige Anfang.

Frühstück im Vorzelt

Der Wetterbericht verheißt für den Nachmittag nichts Gutes – es soll noch einmal nass werden. Also verschieben wir mal den finalen Aufbau (Grill und Co.) auf später und starten gleich mal zu einer Runde in die Umgebung.

Da kommt was auf uns zu

Direkt vom Campingplatz geht es am See entlang über die Weide zu einem Steig hoch auf den Buchberg. Dort wandern wir mit Aussicht auf den Blomberg und die Voralpenregion durch beschauliche Bauernhöfe einmal rum und über Reit geht es an der Blombergbahn (da waren wir schon vor vielen Jahren schon – und doch wiedererkannt) zurück zum Platz.

Auf der Buchberg-Runde

Das eine oder andere Pferd am Wegesrand

Die Hausnummern sind recht kreativ

Wir sind im Nirwana!?

Nun wird der Rest eingerichtet – neben dem Grill zum Beispiel die Beleuchtung, ein Schrank, der Ofen usw. Als das geschafft ist, lesen wir erstmal zur Entspannung etwas in den Büchern und natürlich suchen wir die ersten Wandertouren raus – denn das Wetter soll besser werden.

Da hinten kommt der Regen näher – Aufbau ist fertig

Heute aber kommt wie angesagt pünktlich 15:30 der Regen, den wir gemütlich im Vorzelt am Grill anschauen können.

3-Städte-Runde

Der eine oder andere hat sich vielleicht schon gefragt, warum wir überhaupt mit zwei Autos in den Urlaub gefahren sind. Heute gibt es dazu die Antwort: den blauen Hyundai IONIQ electric haben wir vor drei Jahren – als wir noch in Bayern wohnten – in Landsberg am Lech für drei Jahre geleast („wer weiß. ob das mit der E-Mobilität im Alltag überhaupt funktioniert?“ – Spoiler: oh ja!).

Da wir ja mittlerweile auch den großen Wagen elektrisch haben, brauchen wir den Hyundai ganz einfach nicht mehr und nun ist der Zeitpunkt gekommen, ihn beim Autohaus Sangl (mit Abstand das beste Autohaus, dass ich je kennenlernen durfte!) wieder zurückzugeben. Somit geht es nach dem Frühstück direkt hoch in die alte Heimat, der Hyundai wird beim Sangl (da ist gerade Mittagspause) an die Ladesäule gehängt und einige Einkäufe in Landsberg am Lech erledigt (Stadt Nummer 1).

Dann geht es wieder auf altbekannten Straßen (B17) zurück Richtung Alpen, wie machen noch kurz einen Stopp am Lech, um Lou eine Runde auszuführen und kommen dann nach Schongau (Stadt Nummer 2). Dort haben wir vor allem ein Ziel: die Eisbude, die wir schon vor weit über 20 Jahren gerne besucht haben, und deren Portionen damals wie heute „knapp ausreichend“ sind.

Der Lech

Schongau

Eis in Schongau

Danach geht es zurück bis Bad Tölz, wo wir uns die berühmte Innenstadt erlaufen und – Laufen ist das Thema – für mich noch ein paar neue Wanderschuhe besorgen, die letzten haben nämlich am Chiemsee selbsttätig neue Lüftungsöffnungen eingebaut. Und dann muss natürlich noch ganz wichtig Spezi gekauft werden – die gute von Flötzinger. Und der Kühlschrank wird auch sonst befüllt.

Bad Tölz

Spezi – bzw. Cola Mix

Zurück am Wohnwagen merken wir, dass das alles viel zu wenig Bewegung war – denn unsere Uhren ermahnen uns, gefälligst noch einige (Kilo-)Meter zu laufen, damit alle Ringe geschlossen werden. Wir nutzen diese „Aufforderung“ und umrunden einmal den Weiher, an welchem der Campingplatz liegt, bevor wir dann direkt anfangen, den gerade gefüllten Kühlschrank zu leeren und die erste Spezi beim Grillen aus dem Kasten zu ziehen.

Unser Weiher

Da drüben ist unser Campingplatz

Die Sonne gewinnt an Kraft

 

 

Achensee

So, heute startet nun sozusagen der „richtige“ Urlaub mit Wanderprogramm. Im Gegensatz zu anderen Urlauben starten wie diesmal aber nicht gleich mit einer großen Bergrunde, sondern prüfen erst einmal die aktuelle Corona-Situation bzgl. Österreich und nachdem das klappt, geht es zum Achensee (Tipp von Marco aus dem Camping Caravan Podcast).

Am See fahren wir ans südliche Ende nach Pertisau und starten hier den Weg entlang des Westufers. Direkt am Start ist er ausgeschildert als mit „Trittsicherheit und Schwindelfreiheit“ – wir sind gespannt, denn am Anfang ist es erst einmal ein breiter, ebener Wanderweg. Er wird dann mit der Zeit etwas schmaler und es geht etwas rauf und runter, ab alles sehr in Maßen – es gibt sogar Seile zum festhalten, die definitiv overkill sind.

Der Blick auf den Achensee am Start

Der Blick auf den Achensee am Start

Dort wird es am Ufer entlang gehen

Damit man nicht nass wird

Das sind so die besonders „schwierigen“ Stellen

An einem Geröllfeld machen wir eine Pause von den unfassbaren Strapazen und probieren intensiv mal die Selfiefunktion der Kombination iPhone und Apple Watch (als Fernauslöser).

Blick vom Geröllfeld

Aussicht

Da geht es tatsächlich etwas hoch

Weiter geht es etwas auf und ab – aber alles sehr im Rahmen, weder Trittsicherheit noch gar Schwindelfreiheit ist irgendwo wirklich nötig. Aber bevor das nun zu negativ klingt: der Weg ist sehr schön, die verschiedenen Perspektiven auf den See wirklich toll und wir kommen sehr entspannt am Bootsanleger in Achenkirch an. Die Aktivitätsringe der Apple Watch sind (gerade so) voll, also wird erstmal ein Eis genossen und derweil lesen wir, dass die Rückfahrt mit dem Schiff (so der Plan) leider nichts wird, denn auf den Booten herrscht Maulkorbpflicht – sowas haben wir für Lou gar nicht. Also fahre ich alleine mit dem Schiff rüber, um das Auto zu holen.

Blick zurück

Ich fahre mit dem Schiff

Währenddessen erkundet Saskia Achenkirch und findet beim Fischerwirt den gesuchten Kaiserschmarrn, der dann natürlich gleich ausprobiert werden muss, als ich mit dem Auto eintreffe.

Kurzer Stop am Sylvensteinsee

Verbrauch konstant niedrig

Zurück auf dem Campingplatz (der Verbrauch auf dem Rückweg ist <10kWh/100km – Dank Gefälle und Rekuperation) genießen wir den Sonnenuntergang mit den Schwänen an unserem Steg.

Dieses Ambiente

Benediktenwand

Auch diese Wanderung ist eine Empfehlung von Marco vom Camping Caravan Podcast. Oder eigentlich eher nicht, denn er war schon zweimal hier auf dem Demmelhof, hat es bisher nicht dorthin geschafft und meinte, wir sollen da auf keinen Fall vor ihm sein. Nun, challenge accepted…

Die Wanderung, die wir vorhaben, wird recht lang und daher starten wir zumindest mal nicht auch noch mit dem initialen Aufstieg zum Brauneck, sondern fahren mit einem One-Way-Ticket mit der Seilbahn hoch. Oben angekommen ist es dann natürlich recht voll – wie immer, wenn eine Seilbahn hochfährt.

Am Brauneck

Am Brauneck

Am Brauneck

Am Brauneck

So geht es direkt rüber zum Latschenkopf – die typische „Rennstrecke“, die viele das Seilbahnfahrer auch gleich nehmen – aber eben auch schon nicht mehr alle. Es ist also noch recht belebt, aber auch nicht übertrieben.

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Auf dem Weg zum Latschenkopf

Latschenkopf

Latschenkopf

Die meisten drehen dort um oder gehen runter zu den Almen – wir gehen direkt weiter und kommen an die große Entscheidung des Tages: weiter auf der roten Strecke oder über die Achselköpfe und damit die schwarze Tour. Nun ja, wir nehmen natürlich die Achselköpfe – eine recht schmale Ketten von Felsspitzen und somit geht die Tour immer wieder rauf&runter und man kann rechts und links sehr weit sehen. An sich muss man hier schwindelfrei sein, denn es geht wirklich böse senkrecht runter – aber man sieht das von oben gar nicht, so richtig klar wurde es uns erst später, als wir aus anderer Perspektive zurückschauen.

Achselköpfe

Achselköpfe

Achselköpfe

Achselköpfe

Achselköpfe

Achselköpfe

Achselköpfe

Achselköpfe

Am Ende der Achselköpfe treffen wir wieder auf die „nur rote“ Tour und es folgt ein recht anstrengender Aufstieg (manchmal mit Seil) bis zum eigentlichen Ziel – der Benediktenwand.

Rauf zur Benediktenwand

Rauf zur Benediktenwand

Rauf zur Benediktenwand

Rauf zur Benediktenwand

Benediktenwand

Benediktenwand

Benediktenwand

Nach intensiver Pause geht es anfangs auf selbem Weg zurück – an den Achselköpfen aber diesmal vorbei und nach einigen Metern dann links weg von der Hauptroute – ab hier treffen wir erst einmal lange niemanden mehr, während es teils steil, meist glitschig und häufig steinig am und durch den Arzbach abwärts geht. das Wanderbuch spricht von einem Karrenweg, den man „bald“ erreicht – gefühlt war das ewig und wir sind froh, als wir diesen Fahrweg erreichen und auf diesem dann zur Hinteren Längentalalm kommen – endlich Spezi!

Das sind die Achselköpfe – da sind wir rüber

Arzbach

Endlich ein Weg

Da oben waren wir

Spezi!

Weiter geht es kurz auf dem Fahrweg und dann folgen wir rechts dem Weg aus dem GPX-Track quer über eine Kuhweide mit viel Wasser und Matsch. Zeigt sich, das ist nicht (mehr?) der eigentliche Weg, der wäre etwas später abgezweigt. Von nun geht es immer durch die Wälder auf einem langen Rückweg bis zur Talstation – die Sonne ist auch schon dabei, gerade am Horizont zu verschwinden.

Es geht zurück

Es geht zurück

Etwas längere Tour

Nach all der Anstrengung folgt nun der Besuch der Hirschbachstüberl in Lenggries – eine weitere Empfehlung von Marco für ein rein vegetarisches Restaurant, wo man alles kriegt. Ich esse zum Beispiel „Gyros“ und Saskia einen Burger – alles ohne totes Tier und sehr, sehr lecker.

Zum Abschluss und nach einer Dusche am Platz wird dann ein neues Buch angefangen.

Alte Heimat

Wir machen ja gerade Urlaub in bzw. sehr nahe an der alten Heimat. Wir haben bis vor gut drei Jahren in der Region Augsburg gelebt und wollen mal schauen, was sich so in der Zwischenzeit geändert hat – und auch, was nicht. Somit schwingen wir uns nach dem Frühstück ins Auto und fahren auf der A95 nach München und von da aus weiter über die A8 nach Augsburg.

Kurz vor dem Ziel gehen wir aber erst noch bei Derching (Friedberg) mit dem Hund auf eine Runde in den Wald, bevor wir uns direkt in die Innenstadt von Augsburg begeben. Da kenne ich mich hervorragend aus (ich hatte da mein Büro) und daher kenne ich den besten Parkplatz, wo immer etwas frei ist – und zwar auch für etwas größere SUV. Somit parken wir am Riegele um die Ecke vom Hauptbahnhof. Von dort geht es auch direkt an meinem alten Bürogebäude vorbei in die Fußgängerzone.

Mein altes Büro in der Innenstadt

Dort bummeln wir durch altbekannte Straßen und erkennen vieles – wenn nicht gar alles – wieder, wie wir es damals verlassen haben. Neben dem Kauf eines Buches (ich habe eine Serie angefangen und brauche bald Teil 2…) geht es zum berühmten Rathaus, über den Judenberg runter zur legendären Bosna Imbiß Stube (ernsthaft, da muss man als Besucher von Augsburg hin, wenn man scharfe, leckere Wurst isst) und gemütlich am Bauerntanz und den Kanälen im Bogen zur Maximilianstraße (hier muss dann eine Original-Spezi her – die stammt nämlich von Riegele und denen gehört die Marke) getrunken werden.

Die schöne Fußgängerzone

Wir wandern Richtung Maximilianstraße

Hier ist es sehr lecker – kann nicht zählen, wie oft ich früher hier war

Nachdem all die Erinnerungen aufgefrischt sind, geht es zu unserem letzten Wohnort in Bayern – in das etwas südlich gelegene Schwabmünchen. Im Gegensatz zu Augsburg hat sich hier extrem viel geändert – unser Haus dort wurde mittlerweile abgerissen und musste einem geschmacklosen Reihenhaus Platz machen (hier ist halt bei Immobilien Goldgräberstimmung) und die Haupteinkaufsstraße wird gerade (endlich) viel mehr auf Fußgänger ausgelegt und bekommt breite, schöne Bürgersteige.

Auch die Kirche wird renoviert

Wegen Corona ist Lous Lieblingsspringbrunnen abgeschaltet

Das wird viel freundlicher für Fußgänger

Aber eine Sache hat sich nicht geändert: das leckere Eis bei Venezia mit Spaghetti-Eis in einer großen Ausführung.

So muss ein Spaghetti-Eis aussehen

Auf dem Rückweg nutzen wir die Chance und halten am Supercharger, denn ich bin praktisch wann immer möglich etwas zügig unterwegs gefahren und irgendwann braucht auch der große Akku mal Strom. Das schöne ist ja, das „unser“ lokaler Supercharger direkt an einem Restaurant und Reiterhof ist, daher können wir dort noch eine weitere Runde mit dem Hund drehen und dabei noch die Aktivitätsringe schließen, die bisher heute etwas zu kurz gekommen sind.

Dann wird noch beim Rewe Essen&Getränke gebunkert, der Grill angeworfen und die morgige Tourenplanung gemacht.

Nur noch eine Kurve

Heute soll es mal wieder etwas aufwärts gehen und so haben wir uns Vorderriß als Ziel ausgesucht. Die Anreise ist Dank neuem Straßenbelag sehr gemütlich (viel auf 50km/h beschränkt), gibt aber gleich die Möglichkeit, die gerade veröffentlichte Funktion zur Schilderkennung mal auszuprobieren.

In Vorderriß angekommen geht es über die Brücke zur Mautstelle – und direkt dahinter praktisch senkrecht hoch. Über eine Stunde geht es über unzählige Kehren und mit viel Schweiß (aber auch Aussicht auf die Isar) bis zur Kuppe.

Da wollen wir hoch

Unterwegs schaut man immer auf die Isar

Das Motto des Tages

Der Vorteil der Tour: nach dem harten Start sollte es nun recht entspannt durch das Tal langsam und beharrlich immer abwärts gehen – und zu Anfang ist das absolut wahr und wir kommen an zwei (geschlossenen) Almen vorbei. Urlauber sind hier sehr dünn gesät, wenn ich mich recht erinnere treffen wir in Summe 6 oder 7 andere Menschen auf der gesamten Strecke.

Geschafft – gemütlich geht es nun abwärts

Alle Almen sind zu

Wir biegen dann rechts in das Tal des Staffelgraben ab, wie es uns unser Wanderführer erzählt. Das wird recht schnell ein doch recht wilder Weg – teilweise eigentlich schon gar nicht mehr als solcher zu erkennen und die gesamte Strecke immer schmal und mit doch immer wieder etwas hoch und runter.

Da ist das Tal

Dabei werden die Felswände des Tals immer höher und steiler – teils sind wir an Stellen, wo man nur einen Schritt weg ist von einem doch recht tiefen Fall.

Der Fluss hat ganze Arbeit geleistet und tief ausgeschnitten

Nachdem wir irgendwann einmal auch unten am Wasser ankommen und dort kurz den Hund plantschen lassen, geht es direkt über in den Fels gehauene Eisen weiter – die haben allerdings auch schon bessere Tage vor langer Zeit gesehen. Der Weg ist wirklich ein Geheimtipp, den man nicht „aus Versehen“ findet.

Hier geht es gleich weiter – fast neue Eisen im Fels

Irgendwann ist das Tal aber auch zu Ende und es geht auf breiten Forstwegen zur Isar, in deren Bachbett wir über Stock und sehr viele Steine wieder Richtung Vorderriß wandern – und dabei dann letztlich auch irgendwann die Seite wechseln müssen, was nur geht, wenn man einmal die Schuhe auszieht und quer durch den Fluss läuft. Der ist zwar recht leer (und kalt!), aber Strömung ist schon teils ordentlich – Lou muss sich sehr anstrengen, um beim Schwimmen nicht ganz abgetrieben zu werden.

Quer durch die Isar

Zurück am Auto können wir noch festhalten, dass die Strecke doch ein ganzes Stück länger war, als das Buch meinte – wieder was für das Essen getan (was wir direkt in Vorderriß machen). Danach zurück zum Campingplatz, unter die Dusche und eine Runde Exit gespielt.