Was man in S-Kurven hochfährt, dass muss man auch wieder runter. Rund 10 Minuten wanden wir uns Kurve um Kurve und der Zugwagen hatte damit so gar keine Probleme.

Wieder auf der Autobahn ging es bei Genf über die Grenze nach Frankreich mit Tagesziel Montpellier. So gut es am Vortag lief mit dem Verkehr, so sehr fuhren wir in Frankreich von einem Stau in den nächsten. Das berüchtigte Lyon hatten wir zwar erfolgreich südlich umfahren, aber trotzdem verloren wir sicherlich zwei Stunden auf der Strecke. Und die Staus waren nahezu immer an den Mautstellen, das System ist also nicht der Weisheit letzter Schluss. Und überhaupt die Mautstellen. 2,55m ist die maximale Breite und warum sollte man mehr als wenige Zentimeter Luft lassen? Mit einem Bus/Laster sicherlich schon kein Spaß, aber mit Wohnwagen hat man ja die zusätzliche Herausforderung, dass man vorne viel schmaler ist als der Hänger. Also als erste Fahrt mit einem 2,52m wäre das sicherlich mehr als eine Herausforderung gewesen. Aber es passt.

Apropos passt: Kaum von der Autobahn runter führte uns das Navi durch nette, kleine südfranzösische Orte mit schmalen Gasen, 30km/h und kaum Platz, um mit zwei PKW aneinander vorbeizukommen. Nach den Mautstellen war dies dann sicherlich die ultimative Feuertaufe, ob ich nunmehr mit dem Hänger umgehen kann. Gott sei Dank scheine ich mittlerweile (ist ja nun rund zwei Jahre bei uns) den Trick rauszuhaben und nach weiteren, engen Straßen fand sich unser Campingplatz am A… der Welt mitten im Nichts. Eher so ein Insider für Franzosen wie es schien und da auch eher die kleineren Hänger. Direkt neben uns kam 5 Minuten vorher ein Pärchen an, deren Gesamtgespann (Peugeot 206 + Wohnwagen) in Summe vielleicht die Länge unseres Wohnwagens erreichte (und so lang is unserer eigentlich gar nicht – breit halt). War aber faszinierend zuzuschauen, wie die beiden eine Wissenschaft daraus machten, Ihr mobiles (zudem recht olles) Heim abzustellen. Dauerte ewig und aufgestellt wurde er mit unserer Hilfe und einem Gefälle, dass man schon sorgen hatte, sie würden rauspurzeln.

Wir hängten unseren also ab, drehten in um 90° und ließen ihn den sanften Hang in seine Position rollen. Kaum erreicht wurde die Bremse gezogen und der Wagen rollte weiter…! Zum Zeitpunkt, wo ich das schreibe, habe ich mir zusammengereimt, dass die Bergabfahrt bei Genf den Bremsen vielleicht nicht bekommen ist, aber das müssen wir nun noch prüfen lassen. UPDATE: War wohl am Ende nur der verkantete Bremshebel am Fahrradträger.

Tanken wollte ich auch noch (ist a) billiger als auf der Autobahn und b) ohne Hänger einfacher) und doch schon die dritte Tankstelle akzeptierte immerhin eine meiner Karten (Amex, Visa, Mastercard, Maestro).

Es wurden Pizza und Lasagne geordert und bei einem Platzregen, welcher alles zuvor gewaschene einsaute, verspeißt.

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Hey, ab in den Süden!

4:30 Uhr. Auch dieses Jahr also ein sehr früher Start - nach Dusche, Kleinkrams und Co. wurde der Wohnwagen bis...

Schließen